Frohe Weihnachten

Liebe Freunde und Familie,

Wir liegen seit drei Tagen vor Anker bei Tarrafal, Sao Nicolao. Leider haben wir nicht wirklich viel von der Insel gesehen, weil wir auf die im Reiseführer vorgeschlagene Wanderung verzichtet haben. Durch den Calima war die Sichtweite so schlecht, dass wir den Spaziergang sicher nicht genossen hätten. Und Laufen des Laufen wegen – dafür sind wir wahrscheinlich nicht bekannt.

So haben wir die Zeit genutzt, um Leonora aufzuräumen und uns zu erholen. In China-Shop in Tarrafal habe ich dazu einige Plastikboxen gekauft, die in die Schränke passen. Der Inhalt ist nun thematisch geordnet: Schmierstoffe, Holzutensilien, Filter, Außenborder, etc. Die Hoffnung besteht außerdem, dass Leonora, bzw. ihre Ladung, beim Rollen auf dem Atlantik weniger Geräusche erzeugt.

Außerdem haben wir unsere Ankerkünste ausgebaut: Zuerst hatten wir einen Ankerplatz in der Nähe der Mole ausgesucht. Da noch ein Kat vor uns stand, waren wir der Meinung, dass die Platz gut gewählt sei und haben auch direkt zwei Anker geworfen, weil die Bucht hier für seine Fallwinde bekannt ist. Am nächsten Tag sagte uns die Policia Maritima beim Einklarieren allerdings, dass die GROßE Fähre erwartet wird und diese mehr Platz zum Manövrieren braucht. Ok, also beide Anker wieder hoch und direkt ganz ans Ende des Strands, damit wir dann zumindest dortbleiben können. Weit weg von nächsten Kat und seiner Ankerboje ließen wir diesmal den Hauptanker fallen. Auf den 2. Anker haben wir verzichtet, da er sehr schwer – nur über das Heck mit einer Winsch – einzuholen war und der Hauptanker im schweren Sand sehr gut hält. Die Kette haben wir mit einer starken Leine oberhalb der Wasserlinie entspannt, damit die Geräusche reduziert werden, die entstehen, wenn Spannung auf die Kette kommt sobald die Fallböen hier „einschlagen“. Über die Kette habe ich am Bug noch ein Stück Plastikschlauch gestülpt, damit die Reibgeräusche reduziert werden.
Am Abend gab es für uns dann Buchtkino, als ein großes Fischerboot aus Stahl versucht, die Boje aufzunehmen, die vor dem benachbarten Kat liegt. Dabei kommt er dem Kat bedrohlich nah, zumal die Böen 25kt erreichen. Ok, ich dachte zwar, dass die Boje zum Anker des Kats gehört, aber vielleicht liegt dort auch Fischerei-Ausrüstung. Aber nein – nach 15 Minuten und mehreren Versuchen nimmt das Boot die Boje auf und macht daran fest! Das Boot nähert sich uns und der Kapitän fragt, ob wir ein Stück weiter weggehen können. Nein war wohl keine Option. Also Bier zur Seite stellen und Akteur des Buchtkinos werden. Motor, Ankerwinsch, Radar (stockdunkel hier), etc an, Anker lichten und 100m weiterziehen. Eine Messung über Radar ergibt übrigens, dass sich der Kat und das Fischerboot auf 10m annähern! Am nächsten Tag verlegt sich das Fischerboot ein Stück weiter in unsere Richtung (Hinweis der Policia Maritima?). Gut, dass wir genügend Abstand gelassen haben.

Fischerboot und Kat von unserem Boot aus

Wir wünschen uns sehnlichst ein Steak! Auf der Überfahr von Santa Luzia haben wir unseren ersten Fisch gefangen: eine herrliche Goldmakrele. In Mindelo hatte uns Daniel von der Aqua Vite eine simple aber geniale Ausrüstung zum Fischen geschenkt: eine Leine, an der eine elastische Leine festgemacht ist. Dann kommt noch ein Stück Leine, an der man seine Angelleine (1,1mm, für 2 € in Mindelo gekauft) festmacht. Wir hatten das ganze 15 Minuten im Wasser, als hinter uns was zappelte. Gut, dass wir gerade in die Düse zwischen Santa Luzia und der Nachbarinsel eingefahren waren: 20kt Wind, 50° am Wind, 20° Schräglage. Also schnell vor den Wind und Fisch rausziehen. Das ging trotz 6kt Bootsgeschwindigkeit recht gut. Kescher drunter, rauswuchten und ihn mit Winschkurbel erledigen. Wir haben dann direkt noch den Kopf runter geschnitten und den Fisch gesäubert. Als die Goldmakrele im Kühlschrank war und das Adrenalin runterging, musst ich mich erstmal 30 Minuten erholen. Bisher gab es: Goldmakrele im Bierteig und zwei unterschiedliche Suppen. Lecker! Aber ein Steak zur Abwechslung wäre nicht schlecht.

Larrissa filetiert die Goldmakrele

Heute werden wir uns noch einen Weihnachtsbaum malen und bei abziehendem Calima nochmal ins Meer springen, um zu schnorcheln. Morgen ziehen wir weiter Richtung Sal, weil das Wetter die nächsten 2-3 Tage gut zum Segeln sein sollte.

Hier noch einige Bilder aus Santo Antao, die wir erst jetzt von der Kamera geladen haben.

Waage im Fischerhafen von Ponta do Sol
Hafeneinfahrt Ponta do Sol

Wanderweg
Cold Drink gefällig?
Klar, wenn da ein SGE-Schaal am Kühlschrank hängt!

 

Besonders an Weihnachten fehlt Ihr uns sehr! Wir wünschen Euch allen Frohe Weihnachten!

5 thoughts on “Frohe Weihnachten

  • Cecilia

    Frohe Weihnachten Euch Beiden! Es ist immer wieder schön von euch zu lesen. Vermisse Euch!

  • Hans-Joachim Siebert

    Hallo Ihr Beiden! Ich werde gerade fleißiger “Follower” Eures Blogs und werde Eure Reise gerne verfolgen. Ich wünsche Euch alles Gute und für jetzt natürlich auch Frohe Weihnachten.
    Herzliche Grüße aus Izmir, Türkei!
    Ha-Jo

    • leonora

      Hallo HaJo, schön von Dir zu hören. Sind wahrscheinlich aufregende Zeiten für Dich. Einen guten Rutsch wünschen wir dir und deinen Lieben!

  • Fabe

    Frohe Weihnachten und Festtage Euch auch. …Nachdem wir zwei super schöne Skitage mit blauen Himmel und wenig Leute hatten war heute mehr los und es wird die nächsten 3 Tage schneien.

    Wir ziehen ein paar Spuren für Euch in den Schnee!

    Gruß auch von Miglena

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