Etappe 1: Puerto de Mogan – Mindelo

Wir sind in Mindelo angekommen! Die Überfahrt war ziemlich anstrengend, besonders nach dem 2. Tag. Am Anfang war der Wellengang noch nicht so hoch, dann aber gab es konstant 2m+ Atlantik-Dünung. Zum Glück hatten wir die Seekrankheit gut unter Kontrolle, zum Schlafen und Arbeiten unter Deck habe ich mir ab and an eine Dramin gegönnt. Das Arbeiten unter Deck betraf insbesondere die Suche nach Chlorgasgeruch in der hinteren Kabine, in der wir eigentlich schlafen wollten. Wir hatten zunächst die Batterien unter Verdacht. Also habe ich die Matratzen von Betten genommen, die Abdeckbretter entfernt, die Batteriefachdeckel abschraubt und alle 6 Batterien der Reihe nach abgeklemmt, um die Spannung zu prüfen. Ergebnis: alle in Ordnung. Also alles wieder zurück montieren.. Das alles im Gestank und beim ständigen Rollen des Boots. Durchgeschwitzt habe ich dann erst einmal geduscht. Eingeklemmt in der Dusche – was besser klappt, als es sich anhört – ist mir dann eingefallen, dass ich Flüssigwaschmittel in die Bilge gekippt hatte, um den Siff dort zu reinigen. Das habe ich schon öfters so gemacht, immer ohne Probleme, mit gutem Erfolg. Naja, allerdings hatte ich vor der Abfahrt eine neue Flasche Waschmittel gekauft. Ein Blick auf die Flasche ergab dann, dass es nicht das gleiche wie sonst, sondern ein chlorhaltiges Produkt war. Grrrr. Also habe ich unter den Beschwerden von Larissa kostbares Süßwasser zum Durchspülen der Bilge benutzt, was den Geruch reduziert hat. Mittlerweile ist alles wieder ok.

Nicht nur nachts war es kalt!

Segelerisch war die Reise nicht sonderlich aufregend. Am ersten Tag sind wir zunächst mit den Arbeitssegeln unterwegs gewesen, dann einige Tage mit raumschoten Wind mit dem Parasailor. Den Rest der Zeit haben wir dann die Schmetterling-Formation (Groß auf die eine Seite, ausgebaumte Genua auf die andere Seite) gesegelt. Tagsüber mit viel, nachts mit weniger Tuch. Trotzdem haben wir nachts einmal die 10kt Marke geknackt, aber dann doch lieber die Fläche verkleinert. Wer will schon als Anfänger mitten auf dem Atlantik querschlagen oder so.

Endlich fest!

Eine super “Erfindung” war das anseilen im Cockpit während der Nachtwache. Dazu haben wir die Rettungsweste mit einer kurzen Leine bzw. mit einem Softschäkel an der Klampe festgemacht.8 So konnten wir mal für einige Minuten die Augen schließen, ohne dass wir uns festhalten mussten oder von der Bank geflogen sind. Alles in allem hat unser Equipment gut funktioniert. Dank Calima – die Solarmodule erzeugen wegen dem Sand in der Luft nur wenig Strom – mussten wir täglich den Motor starten, um die Batterien zu laden. Super funktioniert hat der ein paar Tage zuvor montierte Windpilot, der Leonora 90% der Zeit auf Kurs gehalten hat.

Dunkel hier draußen!

Auf dem Weg gab es leider nur wenige Tiere zu sehen. Einzig einige Vögel, die sich über fliegende Fische hergemacht haben konnten wir sichten.
Larissa hatte lecker Mahlzeiten vorgekocht und in Beutel vakuumiert, so dass wir jeden Tag eine warme Mahlzeit hatten. Ich war richtig glücklich, dass Appetit vorhanden war. Ansonsten gabs Pumpernickel und Knäcke.

In Mindelo gibts Coxinhas!

In Mindelo angekommen haben wurden wir von Christian und Steffi von der Krassy begrüßt – was ein super Empfang! Wir haben dann erstmal geschlafen und 2 Tage das Boot geputzt, Calima sei Dank. Das heißt 2 km Sicht und Leonora wird zum Sandkasten. Heute dann erstmal chillen und zwei befreundete Boote (die Krassy und Chardonay of Solent) verabschieden. Beide sind heute Richtung Barbados aufgebrochen. Gute Reise!

Morgen werden wir Tauchen gehen und danach wohl einige Tage “Landurlaub” auf Santo Antao machen.

10 thoughts on “Etappe 1: Puerto de Mogan – Mindelo

  • Fabe

    Die Bilge!!! 😀

  • Cibele

    Wie cool ist das denn ? Finde ich richtig spannend eure Geschichte zu lesen. Euren Mut und Begeisterung die Welt zu erobern ist beneidenswert! Beijos und ganz Viel Spaß

    • leonora

      Danke! Das war echt alles spannend! Jetzt bereiten wir uns für die nächste Etappe! Beijos

  • Leticia

    Meu deus! Que coragem!!! Foi muito bom nosso encontro. Que coragem, que coragem. Acho q já falei isso, mas não canso de falar. Que coragem. Um Bjo grande e boa estadia em Cabo Verde.
    Le&Chris

  • Martin

    Es freut mich von eurer Reise zu lesen und das es gut läuft. Weiterhin viel Spaß 🙂

  • Sabrina

    Show de bola!! Tô adorando as fotos, vendo vocês felizes e aproveitando!! Que trabalhão com o cheiro de cloro, mas enfim resolvido! Curtam Cabo Verde! Beijos

  • Guilherme Ferro

    Pareceu uma bela aventura!!,Boa sorte!

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